28.4.2012, Vallorbe
Dieser Kurs solllte die Benützung des Leica DistoX zusammen mit dem PDA schulen. Er wurde meines Wissens zum ersten Mal angeboten und mein Kollege Luca Krebs und ich (beide SSS TI sowie SPVC) waren sofort interessiert.
Die Kursleitung wurde von Beat Heeb und Patrick Deriaz wahrgenommen. Rolf Siggenthaler war für die französische Simultanübersetzung zuständig.
Mit insgesamt 14 Teilnehmern war der Kurs gut besucht. Der Kursort Vallorbe ist vom Tessin denkbar weit entfernt und darum ging es auch bereits um 5 Uhr morgens los. Um 5.30 lud ich Luca in Arbedo auf und nach einer kurzen Kaffepause hinter Bern waren wir kurz nach 9 im Restaurant Chez Quinquin in Vallorbe. Dort wurde der theoretische Block am vormittag abgehalten. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es gleich an die Theorie. Der Erfahrungs-Hintergrund der Teilnehmer war recht unterschiedlich, vom kompletten Neuling bis hin zu erfahrenen DistoX-Anwendern (jedoch immer in Verbinndung mit konventionellem handschriflicheen Messblatt) war alles dabei. Beat stellte uns zuerst das DistoX sowie einige Schutzhüllen/ Transportbehälter sowie verschiedene Typen von PDA nebst Schutzhüllen vor. Danach ging es gleich ans Verlinken des DistoX mit dem PDA mittels bluetooth und an die Erklärung der Software Pocket Topo.
Es kam relativ rasch zu einem Aha-Effekt. Wenn man das Programm auf seinem System erstmal zum Laufen gebracht hat (für mich als Informatik-Dummie gar nicht so einfach) ist es relativ intuitiv zu bedienen. Beat erklärte uns, wie wir neue Höhlen anlegen, wie man Seitengänge an einem bestimmten Punkt anhängt und wie man idealerweise in der Höhle direkt Gangverlauf und Seitenriss nebst Schnitten zeichnet.
Zu den Grundzügen der Anwendung des Programms im Feld: Zuerst nimmt man an jedem Punkt das Profil auf. Dazu können entweder klassisch links-rechts-oben-unten oder auch beliebig viele Messungen aufgenommen werden. Wenn man anschliessend dreimal die selbe Messung mit dem DistoX vornimmt und innerhalb der Messtoleranz (5 cm, 2 Grad) bleibt erkennt das System automatisch einen neuen Messzug und trägt diesen auch als solchen in Plan und Tabelle ein. Wenn man den aktuellen Messzug verlassen will kann man mit “Start here” (mein Pocket Topo ist auf Englisch eingestellt) einen neuen Messzug/ Seitengang starten. Mit “Continue here” kann man beliebig von einem Gang zum anderen springen.
Nach ein paar Informationen zu den Import/ Export Funktionen näherten wir uns der Mittagszeit und es hiess Verschiebung ins Feld und zwar zur “Grottes aux Feés”. Diese Höhle wurde gewählt, weil sie einfach und ohne Seiltechnik begehbar ist, einige interessante Richtungs- und Querschnitssänderungen hat und vor Allem gross genug ist für soviele eifrige “Vermessungsteams” auf einen Schlag.
Im imposanten Höhleneingang war neben dem Umziehen erstmal ein Picknick angesagt.
Danach wurden die Gruppen bestimmt, Luca und ich bildeten ein Team. Luca nahm die asse mit dem DistoX auf und ich hielt die Plakette und zeichnete gleicchzeitig den Höhlenverlauf auf dem PDA. Lucas hervorragende EDV Kenntnisse halfen mir vor allem bei den Detailfragen wie man beispielsweise einen Seitengang anschliesst oder bei der Behebung von kleineren Problemchen bei der Feldarbeit. Ein klassisches Problem taucht auf, wenn man bei den drei Messungen des neuen Polygonzuges mehr als 5 cm (oder 2 Grad) abweicht und das System im Folgenden den neuen Messzug nicht erkennt. Die drei zu stark voneinander abweichenden Werte werden dann dem nächsten Punkt als Querschnitsslinien angehängt und der Polygonzug an sich “verschwindet”. Dies muss dann manuell korrigiert werden, was etwas Mühe erfordert.
Die Zeit nahmen wir uns jedoch und wenn wir nicht weiterkamen war stets Beat Heeb zur Stelle mit dem richtigen Ratschlag.
Wir stellten fest, daass mit unseren RPDA’s die ständige bluetooth-Verbindung mit parallelem Zeichnen aller Querschnitte nicht ideal ist, weil das Programm zu langsam wird. Hinzu kommt, dass bei etwas längeren Distanzen die Verbindung PDA-DistoX ohnehin mmehrfach unterbrochen wurde. Dazu kam auch der viel höhere Stromverbrauch des PDA bei ständig aktivem bluetooth. Da Luca einen externen USB-Akku dabei hatte war dies aber kein Problem.
Nach etwa 3.5 Stunden in der Höhle waren wir zusammen mit den anderen Teams am heutigen “Endpunkt” der Höhle, einem verschlossenen Schachtdeckeel der zum aktiven Teil der Höhle führt. Es war Zeit umzukehren.
Nach dem Umziehen ging es zum Debriefing zurück ins Chez Quinquin. Dort hatten wir Gelegenheit, unsere Ergebnise aus der Höhle mit den offiziellen Höhlenplänen zu vergleichen. Luca und ich für unseren Teil waren sehr zufrieden mit dem Ergebnis unserer Erstanwendung und auch mit dem Kurs allgemein.
Diesen Kurs kann ich jedem, der sich dafür interessiert nur wärmstens ans Herzen legen. Ich würde ihn möglicherweise sogar ein zweites Mal besuchen, eventuell mit etwas mehr Anwendungsefahrung und ein paar spezifischen Fragen im Gepäck.
Ein grosser Dank geht an Patrick Deriaz fürs Organisieren und an Beat Heeb, der diesen hoch interessanten Kurs für uns abgehalten hat und das trotz Protest auch noch spesenfrei. VIELEN DANK!
Hubert Zistler
Ein Auszug aus dem Höhlenplan
Feldaufnahme von Luca und Hubert
1:750 gezoomt
Hubert Zistler