Als ich 2009 mal mit Hans Meier in der Aachquelle war, plante ich immer wieder in der Aachquelle zu tauchen. Wie das Leben so spielt, vergeht die Zeit sehr schnell…

Donnerstag Abend, 19.6.2014: die neu beantragte Bewilligung liegt in meinem Briefkasten
Freitag, 20.6.2014; SMS an Joachim Kreiselmaier, ob Tauchen in der Aachquelle aktuell möglich wäre: Darauf ein Kurzes Telefon; Joachim und einige andere Höhlenforscher sind zufällig an einem Arbeitseinsatz an der Aachquelle.
Froh darüber einen flexiblen Beruf zu haben, fahre ich spontan um 12 Uhr los Richtung Aach.

Um 14 Uhr treffe ich Joachim, Bernd Hugger und Harald Knupfer vor der Höhle.

Bernd wühlt in der Schwinde und während Joachim, Harald und ich über die Höhle philosophieren, warten wir auf eine Trübung an einer der zahlreichen Austrittstellen einige Meter unterhalb des Quelltopfs. Leider ohne Erfolg.


Skizze Versickerung (Quelle: www.aachquelle.de)
Interessant an der Aachquelle ist, dass ein Teil des Wassers aus der Donau gespiesen wird, welches einige Kilometer weiter nördlich versickert.


Eingangs-Topf der Quelle, links die Schwinde, rechts hinten der Haupteingang

Während sich die anderen ein kühles Bier gönnen, stürze ich mich in die Quelle. Sicht war ok (ca. 2m), Schüttung relativ gering, sodass ich mich ohne Probleme durch die Eingangsdüse ziehen kann.

Durch die starkte Strömung tauche ich ohne Flossen, dafür mit ca. 8kg überbleit und „laufe“ und ziehe mich durch die Höhlengänge.

Plan von Harald Schetter, 1991


Verankerungen mit Kabel als Referenz und „Fortbewegungshilfe“ in der Höhle


Kabeldepot am Eingang


Verankerungen und Vermessungs-Markierungen


Im Eingangs-Bereich sind zahlreiche Kristalle vorhanden!

Meine Unterwasserkamera lasse ich bei 15m liegen und arbeite mich Meter für Meter Richtung Hauptgang vor. Kurz vor der Seenhalle komme ich an die von Joachim beschriebene Stelle, wo das Kabel gerissen und von ihm durch eine gewöhnliche Cave-Line ersetzt wurde. Etwas weiter ein kleiner Jump gelegt, folge ich dem Kabel Richtung erstem Schacht, gleich nach der Seenhalle, welcher von ca. 6m auf 18m führt. Ich komme mir vor wie auf dem Mond und habe Riesenspass mit „Hüpfern“ und Sprüngen der Leine zu folgen:-)
Bei ca. 350m drehe ich um, dies reicht für heute. Nach 60min tauche ich im Topf auf, wo mich applaudierend einige Quelltopf-Besucher erwarten; selten, dass einem nach dem Tauchgang zugejubelt wird;-) Nachteil: ich bin nun 10min beschäftigt zu erklären, dass dies eine Höhle ist, und dass eine Rettung wie in der „Riesending“-Höhle hier nicht das gleiche ist, und dass ich auch Licht dabei habe um was zu sehen, und sogar Flaschen um unter Wasser zu atmen und wieso nicht zu letzt kein hohes Risiko besteht beim Tauchen ohne Buddy unterwegs zu sein…
Naja, 5min später sitze ich ja im Biergarten bei einem Weissbier und quatsche mit Joachim, Bernd und Harald über die Höhle und Kreislauftauchen…

Es ist zwar idyllisch den Gänsen an der Quelle zuzuschauen, jedoch lassen die einem fast nicht vorbei und lassen sich auch nur sehr, sehr träge und äusserst fauchend mit dem Auto zur Seite drängen…

Alles in allem ein Suuuper-Tauchgang!

23.6.2014, Sebastian Kuster

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