Seit über 12 Jahren steht die «HAVEN», ein grösseres Wrack in der Nähe von Genua auf dem Programm…
Nun hatts endlich geklappt!
Erster Tauchgang war rund 70min auf Durchschnittstiefe von 55m. Somit ergaben sich dann Dekozeiten von rund 100-150min. Aber bei der Wassertemeratur im Mittelmeer gar kein Problem.
(Unterwasser Fotos sollten dann auch mal noch folgen…)

Schneesturm auf dem San Bernardino…

Ausfahrt dann bei schönstem Wetter in Arenzano.

…irgendwie fehlt Sebi Högger noch auf dem Foto…
Text von Hubert Zistler:
Nachdem die beiden letzten Planungsanläufejedesmal im Sand verlaufen sind sollte es dieses Mal tatsächlich klappen!Kampfansage war ein Dreistünder-Dive, denn nach der üblichen75-Minuuten-Abfertigung stand uns nicht der Sinn.
Mit von der Partie waren Hubert Zistler,Sebi Kuster, Sebi Höger, Oli, Dani Lüthi, René Röösli, Thomas Bosshardtund Christoph Egli. Sebi K, Oli und René reisten bereits am Vortag in denTessin um die lannge Fahrt etwas zu etappieren. Christoph und Thomas reistengar schon bis nach Arenzano, wo sie im Punta San Martino mit 4 Sternen undherrlichem Meeerblick logierten. Nobel geht die Welt zu Grunde könnte manmeinen, aber das Hotel hat für Taucher Sonderpreise und somit passt es dann wieder.
Perfektes Tauchcenter für unser Vorhabenwar Haven Diving in Arenzano. Wir wurden von Pippo und seiner Frau sehrzuvorkommend behandelt. Kurzerhand charterten wir mit 8 Personen ein Boot füruns und konnten somit tun und lassen was wir wollten. Der administrativePapierkram muss jedochj zuvor in Ordnung sein, darauf wird sehr viel Wertgelegt.
Am Donnerstag 17. Mai pünktlich um 10 wardie ganze Bande bei bestem Wetter mit bester Laune im Haven von Arenzano. DenPapierkram hatten wir zu Hause schon vorbereitet und somit waren wir um 11schon bereit für die Ausfahrt.
Nach kurzer Ausfahrt hingen wir an der Bojeüber dem Wrack und nach kurzem Gerödel waren wir im Wasser. Eine 40 cuft Stagewar nicht gut festgemacht und segelte dann prompt gemütlich Richtung Meeresboden.Kein Beinbruch, Bailout war ja genug dabei.
Wir schnallten unsere Scooter an undtauchten ab. Scootertechnisch – denn WeDIR ist ja open minded – war allesdabei. 3 Suex, 2 Bonex und ein Silent Submerge (oder Gavin Klon? Irgend so einschweres Vieh halt). Diejenigen die schon da waren staunten erstmal über dieFotoausstellung zum 20-jährigen Untergang, die anderen über die gewaltigenDimensionen des Wracks. Wir tauchten ab aufs Oberdeck, am Kamin vorbei undrunter zur Schraube. Das sicher 15 Meter hohe Ruder ist schon gewaltig. Auchdie Schraube ist riesig. Ein alter WeDIR Traum war somit erfüllt, wenigstens 3der Jungs an der Schraube. Die Sicht auf 80 m war leider nur gut 5 m, auf demOberdeck war sie sicher 15 Meter.
Um nicht unnütz Deko aufzufangen ging esweiter an der linken Flanke zum Explosionsloch. Bäh, trüb drinnen. Ich pirschtevor, weil die anderen den Weg nicht kannten. Zweimal landete ich in der(öligen) Sackgasse, da es draussen hell genug war saht man ja den Ausgang sehrgut. Beim dritten Mal sah ich endlich das Treppenhaus und das Licht oben, wirtauchten also durch das Loch durch aufs Oberdeck. Hier verabschiedeten sich dieCCRler von den OClern und die Gruppen tauchten für sich weiter. Hin und zurückzur Abrissstelle, an allen Ecken und Enden ins Wrack hineinpenetriert. ImMaschinenraum war es besonders trüb, dort haben wir relativ rasch wiedergedreht. Haufenweise Fisch tümmelt sich herum, ein Riesen Drachenkopf,natürlich genau da wo ich den Scooter anbinden wollte, viele kleinere dieserStachelritter usw usf…
Nach 65 Minuten höre ich durch Sebis Höggers Loop“miiini Stääädsch”, oh Mann die hat also keiner gefunden. Na gut, einen Versuchmachen wir. Vorbei an unserem Bojenseil (“vorne rechts”) und nochmal runter auf80 Meter. Wir gehen etwa 20 Meter weg vom Wrack, bei max. 5 Meter Sicht findenwir aber weder die Stage und sehen auch das Wrack nicht mehr. Nach ein paarMinuten brechen wir ab, tauchen zum Wrack zurück und beginnen mit dem Aufstieg.Die Deko wurde dadurch natürlich empfindlich länger.
Nachdem ich ohnehin auf 54 Meter einen deepstophaben scootern wir nochmals vor Richtung Bug. Der Bonex Reference RS mit 5erProp ist schon ziemlich kriminell. Der Schub reisst einem bei Vollspeed fastdie Weichteile weg, das nächste Mal stecke ich mir ein Polster in die Hose odernehme mehr Gepäck mit.
Zurück bei den Deckaufbauten beginnen wirmit dem Aufstieg. Beim 34 Meter Stop düse ich nochmal geschwind zum Schornsteinrüber, dann geht es endgültig ans Seil. Nach 78 Minuten und über 50 MeterDurchschnittstiefe verlassen Sebi und ich mit einem Blick auf die Computer,welche uns über 120 Minuten Aufstiegszeit anzeigen, das oberste Deck. Diekleine Stage-Such-Eskapade hat uns gut 40 Minuten über die geplante Runtimekatapultiert. Na ja, bailout haben wir ja genug dabei. Auf dem 20 Meter Stopsehen wir eine andere Gruppe CCRler abtauchen, 90 Minuten später begegnen wirihnen auf dem 4.5 m Stop wieder. Als wir nach 220 Minuten als letzte aus demWasser steigen sind die Kollegen allerdings schon wieder abgefahren.
Zurück zum Haven, ab ins Hotel, Duschen.Mittlerweile sind auch Martin Hänggi und Jost Hahn zur Gruppe gestossen. Allehaben einen Bärenhunger. Also nix wie in die Stadt und den essenskulturellenGelüsten gefrönt 🙂
Zu etwas späterer Stunde geht es in dieBetten. Morgens um 8 beim Frühstück sieht man sich wieder. Der heutige Diveverläuft mit etwas gelichteten Reihen. Die Sicht hat leider aufgrund derstärkeren Strömung abgenommen. Nach gut 120 Minuten ist auch heute der Spasswieder vorbei und es geht zurück in den Haven.
Als Abschluss gönnen wir uns im Café Roma(sehr zu empfehlen) noch eine Serie an Panini mit anschliessendem Eis (trotzkalter Füsse), danach geht es an die teilweise lange Heimfahrt.Das war sicher nicht das letzte Mal fürmich. Vielen Dank an Pippo und Haven Diving, dass er uns so lange divesermöglicht hat. Dies ist normalerweise nicht selbstverständlich.