Feb
14
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host
14.02.2012

Geschichtlich und kullturell hochstehender
Event mit internationaler Beteiligung :-)
12. Februar 2012 Tauchgang im Bergwerk Olgiate Molgora
Blog von Pedro hier: http://www.cavediver.ch/news_blog/482.html
Endlich solte es oweit ein. Der Plan in diesem Begwerk zu tauchen besteht seit 2007, als ich damals Matteo Bertulessi, den Autoren des Buches “Il labirinto del minotauro” kennenglernt hatte.
Matteo war der Leiter der Forschungsgruppe, welche zuammen mit seinen Tauchkollegen aus Almé das Bergwerk anfangs dieses Jahrtausends überhaupt wiederentdeckt haben. Sie haben es ebenfalls wieder zugänglich gemacht, einsturzgefährdete Bereiche (wenn auch notdürftig) abgsichert und neben der kompletten Vermessung und Geschichtsforschung auch geologische sowie biologische Studien durchgeführt.
Allein für die Vermessung und Fotos in der Buchveröffentlichung waren über 700 Tauchgänge eforderlich. 3'500 Meter Leine wurden verlegt.
Jedem Interesierten kann ich das Buch von Matteo nur ans Herz legen. Hier ist noch ein sehr interessanter link, allerdings in italienischer Sprache: http://www.sommozzatorialme.it/Labirinti/rilievi.htm
Das Bergwerk ist über hundert Jahre alt. Die Idee eines Bergwerks kam den Brüdern Gnecchi im Jahr 1906. Sie waren seit 1876 ebenfalls Besitzer des Maggianico Steinbruches in der Nähe.
Es handelte sich im Prinzip um einen unterirdischen Kalksteinbruch mit einer ehemaligen angeschlossen Zementfabrik. Im Volksmund wurde die Anlage “fabbricone” genannt. Die Qualität des Rohmaterials (Kalkgehalt 78%) und der Endprodukte (übewiegend Portland-Zement) war anscheinend hervorragend, nichtsdestotrotz musste das Bergwerk 1941, mitten im Zweiten Weltkrieg geschlosen werden. Sämtliche überirdischen Anlagen mit Ausnahmem einer Brückenkonstruktion nahe beim Eingang wurden im Lauf der Zeit abgerissen.
Das Bergwerk geriet in Vergessenheit.
Irgendwie kam immer was dazwischen (kapute Knochen, Stress im Job, familiäre Prioritäten), zum langersehnten Tauchgang kam es nie. Als ich Matteo im Herbst 2011 am Kongress “Speleolssinia” in Negrar wiedergetroffen haben wurden endlich Nägel mit Köpfen geschmiedet.
Mit dabei sein solten natürlich auch Pierpaolo Montali und Mario Spagnoletti, welche in der Vergangenheit einige Publikationen zu diesem Bergwerk veröffentlicht haben sowie Alessandro Pellegrini, welcher gerade mal ein paar hundert Meter vom Eingang entfernt wohnt. Sebi und Pedro runden die internationale Runde ab, so kann dem Spass-Dive ja nichts mehr entgegen stehen. Mario is leider krank, an seiner Stelle kommt Umberto aus Turin.
Sonntag morgen gegen 9.30 treffen wir uns nach einer Serie von Cappuccini und Espressi am Eingang zum Bergerk. Es ist ein Assessor von derGemeinde mit dabei. Dieser schaut nach dem Rechten, auch damit niemand in akut einsturzgefährdete Bereiche geht und auch dass zwei in ganz Norditalien nur sehr selten vorkommende Fledermausarten (myotis capaccinii und myotis nattereri) nicht gestört werden.
Es gibt zwei geflutete Bergwerksabschnitte. Wir widmen uns dem “bekannnteren” vorderen Abschnitt, welcher auch der grössere ist. Es gibt hier fünf übereinanderliende Abbaustollen, welche leiterartig links und rechts von einem zentralen Schrägschacht angeordnet sind. Untereinander sind die Stollen an verschiedenen Stellen mit Treppenhäusern verbunden.
Es geht über Rohrleitungen zu einem wenig einladenden Loch im Bodeen in das eine rostige Leiter etwa 6 m weit hinunterführt. Gerade mal mannsgross ist das Loch, somit müsse wir sämtliches Material abseilen. Das dauert eine ganze Weile, aber zum Glück sind sämtliche Einrichtungen (Seilrollen, Seil, Leiter) von Matteo noch da.
Nachdem wir alles Material unten haben geht es an das Briefing. Matteo hat einen Original Plan dabei, Grundrisis und Schnitt, das macht es natürlich einfach. Generell ist die Orientierung im Bergwerk ja nicht so schwierig. Von der Tauchzeit her haben wir mit CCR klare Vorteile gegenüber Pierpaolo und Umberto in OC, wir machen ab, dass die beiden kehren wenn sie ihr Drittel erreicht haben.
Wir ziehen unsere halbgefrorenen Trockies an, klettern die Leiter runter und ab gehts. Meine zweite light for me XRE mit dem weiteren Strahl ist genau richtig um so grosse Gänge auszuleuchten. Kommentare wie “Sonnenbrand” und “Flutlichtstrahler” zeigen, das die anderen nur neidisch sind (ätsch).
Wir tauchen ab zum untesten Stollen auf etwa 50 m. Schön anzuschauen sind die ganzen Treppenhäuser sowie die Schienen der Mateialbahn. Ganz schön steil finde ich, als Tunnelbauinggenieur habe ich natürlich meine Freude an den alten mit soviel Schweiss und Dynamit aus dem Fels herausgehauenen Einrichtungen. Man kann überall Sondierrnischen finden. Teilweise stecken noch alte Anker im Fels. Sebi findet einen 5m langen Haken, mit seinem gelb-schwarzen Otter schaut er aus wie eine Mischung aus Biene Maja und dem Papst. Desweiteren “das übliche”, alte Keramikisolatoren für die Elektrik, Pumpensümpfe, Ansaugstutzen, was es halt so gibt im Bergwerk.
Im dritten Niveau tauchen wir ein paar hundert Meter nach hinten. Am Ende muss eineVersturzzone gewesen sein. Es wurde ein kleinner, gerade mannsgroser Behelfstunnel gemauert bzw.betoniert. Dahinter ist eine grössere Halle mit Sondierschächten. Leider ziemlich trüb hier, deswegen kehren wir wieder.
Nach einem weitern Treppenhaus befinden wir uns im Niveau 2. Wegen de niederen Wasserstand sind hier m
Für eine ersten Eindruck soll es genug sein, wir kehren und nach der obligaorischen Materialschleppaktion veschiebt sich die ganze Bande in die nächste Pizzeria, wo ein gelungener Sonntag gemütlich ausklingt.
Danke an alle die geholfen haben, vor allem Matteo Bertulessi für das Schlüssel organisieren und Luca Krebs vom SSS TI für die tatkräftige Unterstützung beim Materialtransport!
Wir kommen wieder :-)
Hier ein paar links auf youtube
http://www.youtube.com/watch?v=7pOxLVlnlRE
http://www.youtube.com/watch?v=1yBorrX_DHw
http://www.youtube.com/watch?v=EkhUvf2IIZo

Hier der Plan des Bergwerks

Sebi Kuster, Hubert, Pedro, Ale und Matteo mit dem Plan vor dem Eingang

Abzweiger im Trockenteil

Abstieg zum gefluteten Teil

Ale im Zugangsstollen kurz vor der Treppe die in Wasser führt

Die Gruppe kurz vor dem Abtauchen

Sinter im Trockenteil...78% Kalkgehalt im Fels

Teilweise eingestürzter Stollen

Einstieg zum zweiten gegfluteten Beergwerksabschnitt... dem Ziel der nächsten Tour :-)

Fledermaus-Foto aus dem Buch von Matteo

Die gesamte Bande beim Pizza-Esen